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18. Oktober 2013

REZENSION // Die drei Leben der Tomomi Ishikawa - Ben Constable



Leseprobe

Gebundene Ausgabe: 383 Seiten
Verlag: Script5 (16. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839001579
ISBN-13: 978-3839001578
Originaltitel: Three Lives of Tomomi Ishikawa


    Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht, so steht es in dem Abschiedsbrief an ihren Freund Ben Constable.
    Doch Tomomi weigert sich hartnäckig, in Frieden zu ruhen. Stattdessen hinterlässt sie Ben eine Menge rätselhafte Botschaften, die ihn, ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd, durch Paris, New York und Tomomis Vergangenheit führen.
    Ben würde gerne glauben, dass es sich bloß um ein Spiel handelt, dass die Geschichten, die Tomomi ihm hinterlassen hat, nur Ausgeburt ihrer Fantasie sind, doch dann offenbaren sie ihm ein grausames Geheimnis.
    War Tomomi Ishikawa in Wahrheit eine Serienmörderin? Und ist sie tatsächlich tot?
    Bald weiß Ben nicht mehr, was Fiktion und was Realität ist.


     
    Die ersten Seiten dieses Romans, ein Brief von Tomomi an Ben, ließen mich anfänglich daran zweifeln, ob ich mit „Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ die richtige Buchauswahl getroffen hatte. Nicht nur die recht langen Sätze, sondern auch der etwas hochgestochene Sprachstil überraschten mich und machten schnell deutlich, dass ich hier einen etwas „anderen“ Roman in den Händen hielt. Gerade als ich mir Gedanken darüber machte, ob mir dieser Sprachstil 380 Seiten lang zusagen würde, endete dieser Brief. Nun erzählte Ben, der Protagonist und, ebenfalls sehr ungewöhnlich, Autor dieses Romans. Mit diesem Wechsel änderte sich auch der Sprachstil und die Ausdrucksweise „normalisierte“ sich ein wenig. Was man von der Story allerdings nicht behaupten konnte, denn die wurde zunehmend stranger...
    Obschon die Kurzbeschreibung schon einiges über den Inhalt dieses Romans erzählt und man glaubt zu ahnen, wie die Geschichte verlaufen wird, saß ich stirnrunzelnd vor diesem Buch. Ich war einfach nur noch gespannt ... irgendwie doch ahnungsloser als vermutet und verwirrt. Das lag übrigens nicht an Bens imaginären Kater Cat :). Der alleine ist schon eine Sache für sich und trägt seinen Teil dazu bei, den sonderbaren Tenor dieses Romans zu festigen. Immer wieder wechselt der Autor zwischen Ben in der Gegenwart, seinen Erinnerungen und Briefen. Als immer einfach empfand ich es nicht, diesen Sprüngen zu folgen, allerdings tragen sie wirklich zu einer gewissen Vertrautheit und Spannung bei.
    Die Story ist seltsam und gleichermaßen faszinierend, und obwohl sie nicht ganz so spannungsgeladen ist, wie ich zunächst vermutet habe, ließ sie mich einfach nicht aus ihren Fängen.
    Ben Constable entführte mich auf eine verworrene Reise, die nicht nur an die verschiedensten Handlungsorte führt, sondern auch die unterschiedlichsten Emotionen in mir hervor rief. Alles in diesem Roman ist irgendwie spekulativ.
    Der Protagonist ist auch der Autor, ihre Eckdaten sind gleich. Das vermittelt dem Leser natürlich das Gefühl, diese Geschichte sein real. Was ist mit Tomomi, ist sie tot? Ist alles Fantasy, ist es ein Spiel?
    Der Protagonist ist ebenso vielschichtig wie der Roman selbst. Ben leidet unter Prosopagnosie, er kann sich also keine Gesichter merken. Ich empfand ihn als sehr gelungen, sehr ungewöhnlich und sehr sehr gut gelungen. Noch seltsamer und gleichermaßen interessant wirkte Tomomi auf mich. Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, wie ich euch die beiden beschreiben soll ... am besten, ihr erlebt sie selbst.
    So oft wie ich in dieser Rezension die Worte seltsam und faszinierend verwendet habe, musst ich sie wohl noch nie verwenden und ich denke, das macht deutlich, wie anders dieser Roman ist.

    Einordnen in ein Genre will und kann ich diesen Roman nicht. Denn hinter diesem „Krimi“ ebenso Thriller, verbirgt ich auch eine ganze Menge unerwarteter Humor. Zwischen alldem verbirgt sich aber auch eine unerwartete Tiefe ... oh man, lest einfach selbst.

    Die Idee ist schon irgendwie crazy und die Umsetzung gelungen. Allgegenwärtig ist die Frage, was ist Fiction, was ist real? Doch irgendwie stellte sich während des Lesens ein eigenartiges Gefühl ein. Manchmal wollte ich es einfach zuklappen, absolut der Meinung, dass es einfach nichts für mich ist, aber – ich konnte es einfach nicht. Zu groß war die Neugier und Faszination. So las ich mich also Seite um Seite an das Ende heran, wie bei diesem Roman nicht anders zu erwarten einem wahrlich seltsamen Ende.

    Dieser Schluss ist wie der gesamte Roman... unbefriedigend ließ er mich mit vielen Fragen zurück und doch war er einfach perfekt.


    Selten war ich von einer Geschichte so hin und her gerissen. Oft war ich nahe dran, das Buch abzubrechen, ebenso oft konnte ich es nicht aus der Hand legen. Ben Constable – dein Roman ist extrem... extrem verwirrend, extrem faszinierend, extrem crazy, extrem anstrengend, aber auch extrem ANDERS! Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht genau, was ich davon halten soll ...
    Ihr findet meine Rezension verrückt? Na dann solltet ihr erst einmal „Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ lesen :)


    ©Nicole Huppertz (the-cinema-in-my-head.blogspot.de)

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