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26. Oktober 2012

REZENSION // Der letzte Engel - Zoran Drvenkar

    Cover by Amazon
    Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    Verlag: cbj (1. Oktober 2012)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3570154599
    ISBN-13: 978-3570154595


    Motte ist sechzehn Jahre alt, als der Tod an seinem Fenster kratzt. An einem harmlosen Wochenende kurz nach Mitternacht bekommt er eine anonyme E-Mail:
    sorry für die schlechte nachricht
    aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein
    wir wollten nur, dass du das weißt
    Mieser Scherz, denkt Motte, wird aber dennoch ein wenig nervös und beschließt, die Nacht durchzumachen. Natürlich schläft er ein und natürlich wacht er auf - und fühlt sich wie immer.
    Bis darauf, dass sein Herz nicht mehr schlägt. Und dann sind da noch diese zwei Flügel auf seinem Rücken ...
    Engel haben derzeit in der Gunst der Leser definitiv abgelöst denke ich. Ich gestehe, mir gefällt der Wandel sehr gut denn ich liebe "Engelromane".  Wer aber hinter "Der letzte Engel" einen herkömmlichen Engelroman mit viel Liebe und sanften Tönen erwartet der irrt. Ganz im Gegenteil. In dieser Geschichte geht es zeitweise recht grausam zu. Abseits der mir bisher bekannten Darstellungen von Engeln in Jugendromanen traf ich hier auf eine wirklich andere Art und das hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist etwas anspruchsvoller als in herkömmlichen Jugendbüchern und das vom Verlag empfohlene Alter von 14 - 17 Jahre würde ich ein wenig höher ansetzen und diesen Roman ebenfalls Erwachsenen ans Herz legen. Es geht doch manchmal recht brutal zur Sache. Fantasievoll und recht düster erzählt Drvenkar aus unterschiedlichen Zeiten in der Ich-Form. Eine Tatsache, die mich zunächst sehr verwirrte, im Zuge des Romans aber kein Problem mehr war und, wie ich im Nachhinein sagen muss, den besonderen Reiz des Buches ausmacht. Während des Lesens kam hin und wieder eine regelrecht bedrückende Stimmung bei mir auf und ein Buch, das Gefühle auslöst, ganz egal welche, ist ein gutes Buch wie ich finde. Stückchen für Stückchen wird man mit Informationen "gefüttert" und das ist wirklich ausgesprochen spannend! Vieles, was mich im Laufe des Romans verwirrte wurde zum Ende aufgelöst und miteinander verwoben und so manche Vermutung löste sich während des Lesens in Luft auf.
    Die Charaktere sind sagenhaft gut und man kann zeitweise nur spekulieren, auf welcher "Seite" eine Figur steht eine wirkliche "Zuordnung" ist irgendwie sowieso nicht möglich. Es fällt mir schwer, den Roman zu beschreiben, ohne zu Spoilern denn er ist wirklich sehr vielschichtig und setzt sich in seiner Art doch deutlich von anderen Jugendfantasyromanen ab.
    Aber dieser Roman ist nicht nur düster und grausam, es gibt auch sanfte Momente und Gefühle. Ohne die hätte ich mich glaube ich auch ein wenig schwerer mit dem Buch getan. Bei der Frankfurter Buchmesse hatte ich die Gelegenheit, ein paar Worte mit dem Autor zu wechseln und ich muss sagen, ein wirklich sympathischer Mensch. Da dies mein 1. Roman des Autors war hätte ich spontan soviel "düstere Fantasie" von ihm gar nicht erwartet. "Der letzte Engel" ist der wohl der erste Teil und ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird.
    "Der letzte Engel" ist ein Roman, den man nicht einfach mal zwischendurch liest. Mich hat er gefesselt, verwirrt und angestrengt zugleich und ich ordne ihn keinesfalls ausschließlich dem Jugendbuch-Genre zu. Wer eine spannende, fantasievolle Geschichte sucht kann hier wirklich zugreifen. Mich hat er, einmal begonnen, nicht mehr losgelassen....
    Im Cinema gibt es


    4,5 von 5 Bookystars

    1 Kommentar:

    1. Ich bin noch nicht ganz durch damit, aber es ist wirklich eine Mischung aus Faszination, Verwirrung und teilweiser Verzweiflung.:-)

      Liebe Grüße
      MacBaylie

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