Statische Menueleiste rechts zu den Social Medias

9. März 2012

REZENSION // Everlasting. Der Mann, der aus der Zeit fiel - Holly-Jane Rahlens

Broschiert: 432 Seiten

Verlag: Wunderlich (9. März 2012)
ISBN-10: 3805250169

KURZBESCHREIBUNG:
Man schreibt das Jahr 2264. Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird. Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet? Bald muss Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft ...

MEINE MEINUNG:
Es gibt Romane, die unterhalten. Manche bringen den Leser zum lachen, weinen, nachdenken oder gruseln. Aber manche Bücher faszinieren. So erging es mir mit diesem Roman. Die Autorin, Holly-Jane Rahlens, hat mit dieser Geschichte in mir einen wahren Gefühlsrausch erzeugt, und dieses Buch wird mir garantiert sehr lange in Erinnerung bleiben. Ich weiss gar nicht, wo ich beginnen soll. Starten wir einfach mal mit dem Genre - schon alleine dies ist gar nicht so einfach. Aufgefallen ist mir das Buch auf der Suche nach einem neuen Zeitreiseroman. Ganz klar... das ist es. Allerdings findet die Reise nicht, wie meistens üblich, vom Heute in die Vergangenheit statt, sondern aus der Zukunft zurück ins Hier&Jetzt. Sicher gibt es in dieser Art andere Romane - ich habe aber zuvor keinen gelesen. Eine Dystopie ist es eigentlich nicht denn wenn man Wikipedia glaubt, ist eine Dystopie " ... in der Literaturwissenschaft eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang. Sie handelt von einer Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt ... ". Okay... in der Zukunft spielt die Geschichte, aber was den Ausgang angeht und die sich zum Negativen entwickelte Gesellschaft so kann man das sehen wie man will. Also keine Dystopie im herkömmlichen Sinne. Fantasy ist es in jedem Fall und auch die Liebe spielt eine Rolle. Zu guter letzt ist dieses Buch aber auch spannend wie ein Krimi... ihr seht also mein Dilemma... ich kanns nicht einordnen...
Die Geschichte beginnt im Jahr 2264 irgendwie spacig und mit witzigen Dialogen. Ein guter Einstieg also. Die Kurzbeschreibung trifft den Inhalt in groben Zügen schon recht gut, ohne dabei zu viel zu verraten. und das werde ich auch nicht :). Daher beschränke ich mich darauf, einige Besonderheiten zu erwähnen... Die Story findet also, wie schon erwähnt, in 2 unterschiedlichen Zeiten statt.  Dem Jahr  2264 in dem ein Flug von New York nach Berlin nur 2 1/2 Stunden dauert und in der die Menschen keine Ich-Pronomen verwenden, sondern ausschliesslich in der 3. Person von sich selber sprechen. Man gewöhnt sich schnell daran aber zunächst dachte ich - haeh ??? Wen meint der denn??? Witzig sind auch die Erklärungen zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen von heute, denn sie werden wie alte archäologische Funde beschrieben. Toll zu lesen, was die "Zukunft" in einem paar Chucks so sehen könnte. Hier ein kleines Zitat, das mich sowohl erheitert als auch erschrocken hat ;)
"Einmal hatte sein Freund Renko Hoogeveen vom Archiv für die toten Sprachen ihn sogar einen Originalversandhauskatalog von Quelle aus dem Jahr 1992 durchblättern lassen. Das war natürlich streng verboten, denn dieser Katalog und die Erstausgabe des Groschenromans Dr. Norden aus dem Jahr 1973 zählten zu den bedeutendsten Funden aus dem zwanzigsten Jahrhundert."
Lieber Gott, wie gut, dass es nur ein Roman ist :). Ich hoffe, dass in 250 Jahren etwas anderes als bedeutendster Fund gilt *gg*.
Die heutige Zeit ist eben einfach das Hier&Jetzt. Doch die vielen Kleinigkeiten, die die Autorin beschreibt, vermitteln das Gefühl, die Türe öffnen zu können und mittendrin statt nur dabei zu sein. Ich hoffe, ihr wisst was ich meine. Doch Holly- Jane Rahlens schafft es auch, diese beiden Zeiten miteinander zu verbinden, in dem sie Orte oder Gebäude erscheinen lässt, die in beiden "Welten" existieren. Diese Schilderung des Aussehens und der unterschiedlichen Verwendungszwecke hat mich regelrecht ein bisschen nachdenklich gemacht...
Die Autorin schreibt fliessend und beschreibt so anschaulich und lebendig, dass man in die Geschichte eintauchen kann und sich gleich wohl fühlt. Ihre Protagonisten sind kraftvoll, aussagekräftig und haben Charakter. Auch die Nebenfiguren sind toll gelungen und selbst der kleinsten "Rolle" wurde viel Beachtung geschenkt. Die Story ist fantastisch und einfach nur wunderschön und durch so manchen kleinen Satz eröffnen sich stets neue Vermutungen und Ideen für den Leser. Nie wird es langweilig oder uninteressant und manchmal wünschte ich mir, ich könnte noch schneller lesen - so neugierig war ich auf die "Aufklärung". Es mangelt weder an Romantik noch an Spannung und ich gestehe, ich war traurig, das Buch beendet zu haben...

DIESER LESER fühlte sich bestens unterhalten und möchte unbedingt mehr davon!
Natürlich habe ich auch eine *Leseprobe* gefunden, ihr könnt also schonmal reinschnuppern...

Bekannt wurde H.-J. Rahlens bereits durch ihre Romane "Becky Bernstein goes Berlin" und "Mazel Tov in Las Vegas". 2003 wurde ihr dritter Roman, "Prinz William, Maximilian Minsky und ich" mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2003 ausgezeichnet und bisher in sieben Sprachen übersetzt. Mehr interessante Infos findet ihr auf der Autorenhomepage. Ausserdem tolle Zitate aus ihren Büchern :)

Ganz besonders möchte ich hier DIE GESCHICHTE HINTER DER GESCHICHTE erwähnen. Hier gibt die Autorin interessante  Einblicke zur Entstehung von EVERLASTING!

Ein Zitat möchte ich euch aber noch unbedingt vorstellen... ich glaube, da geht jedem Bücherwurm das Herz auf...
"wenn ich hier oben im Kartenlesesaal sitze und runter auf die vielen anderen Ebenen blicke, den Menschen zuschaue, die lesen und schreiben und in den Büchern stöbern, dann denke ich, dass ich so den Himmel erschaffen würde, wenn ich könnte - voller Licht, voller Menschen, voller Bücher. Überall, wo ich hinschaue, gibt es Welten zu entdecken. Eine Welt in jedem Buch. Eine Welt in jedem Mann, jeder Frau, jedem Kind. Selbst wenn ich Millionen Jahre alt würde, könnte ich doch nie alles entdecken, was in jedem steckt."
Was mir, im Gegensatz zu Genreauswahl, nicht schwer fällt ist die Bewertung!

Dieser Roman bekommt ohne jede Frage die volle Punktzahl und somit
5 von 5 Bookystars

Vielen Dank an Wunderlich
für dieses tolle Rezensionsexemplar

An dieser Stelle möchte ich euch schonmal verraten, dass es morgen ein Autoreninterview mit  Holly-Jane Rahlens geben wird, die so freundlich war, mir meine 11 Fragen zu beantworten... und ausserdem erwartet euch noch ein ein Special :)

Kommentare:

  1. Ja, jaa und jaaaaaaaaaaaaa!
    Ich stimme zu.

    Meine Rezension ist auch gerade online und ich liebe dieses Buch einfach. Schade, dass es dann nicht doch länger war. Hmpf.

    :D

    Liebe Grüße
    Sarah

    AntwortenLöschen
  2. hey ^^
    bin durch zufall hier gelandet und gleich mal leser bei dir geworden :3
    schau doch auch mal bei mir vorbei ;)
    Lg Alisia

    AntwortenLöschen
  3. Bei diesem Buch sind wir absolut einer Meinung! Es ist einfach wunderschön ♥
    Liebe Grüße
    Susanne

    AntwortenLöschen
  4. Wir sind über Blogzug hier gelandet. Werden direkt mal Leser. Toller Blog und deiner Rezi kann ich nur zustimmen. Wir haben auch das buch direkt rezensiert, da es so toll war. Tolles Bewertungssystem übrigens. Wir haben leider noch keins

    Liebe Grüß

    Phil und Charly von Lesende Kater

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...